DJ-BPM-Tabelle: Genrebereiche, Beatgrids und Tempoänderungen
BPM beschreibt, wie oft der gemessene Puls eines Tracks pro Minute wiederkehrt. DJs nutzen den Wert zum Filtern, Beatmatching, Planen von Tempoänderungen und Erkennen von Half-/Double-Time-Fehlern. BPM misst nicht Energie, Groove oder die Eignung zweier Tracks füreinander.
Teste ein Zieltempo vor dem Export im kostenlosen BPM Changer.
DJ-BPM-Tabelle nach Genre
Diese Werte sind Suchbereiche für die Library, keine Genredefinitionen. Tracks außerhalb sind normal; eine Anzeige mit halbem oder doppeltem Wert kann denselben musikalischen Puls beschreiben.
| Genre | Praktischer Suchbereich | Vor dem Mix prüfen |
|---|---|---|
| Hip-Hop | 70–115 BPM | Mögliche Double-Time-Anzeige |
| Reggaeton | 85–105 BPM | Drum-Pattern und Swing sind wichtiger als 1 BPM |
| Amapiano | 108–115 BPM | Entspannten Groove nicht mit schwankendem Tempo verwechseln |
| Disco / Nu-Disco | 110–130 BPM | Alte Aufnahmen und Live-Drums können driften |
| House | 118–132 BPM | Subgenres überlappen; der konkrete Track zählt |
| UK Garage / 2-Step | 125–140 BPM | Swing verändert das Gefühl gleicher BPM-Werte |
| Trance | 128–145 BPM | Lange Melodien legen Stretching-Artefakte offen |
| Techno | 125–150 BPM | Zu breit für ein einziges „richtiges“ Tempo |
| Dubstep | 70 oder 140 BPM | Beide Zahlen können denselben Half-Time-Puls meinen |
| Drum & Bass | 160–180 BPM | Analyse kann etwa die Hälfte anzeigen |
| Hardcore | 160–200+ BPM | Pitch-Bereich und Übergang bewusst wählen |
Filtere zuerst grob und entscheide dann nach Groove, Arrangement, Phrasing und Energie. 126 BPM können härter wirken als 132 BPM.
Half-Time und Double-Time verstehen
87 und 174 BPM können dieselbe Aufnahme auf unterschiedlichen Zählebenen beschreiben. Nur die Grid-Interpretation ändert sich.
Ein Fehler ist wahrscheinlich, wenn:
- das Grid nur jede zweite Kick oder doppelt so viele Beats markiert
- Loops musikalisch halb oder doppelt so lang sind wie gewählt
- Sync oder Beat-FX mit der falschen Unterteilung laufen
- ein Track zahlenmäßig weit außerhalb einer ähnlichen Crate liegt
Nutze ×2, ÷2 oder Tap und prüfe danach Downbeat, Mitte und Ende. Richtige BPM mit falschem Downbeat ergeben weiterhin ein falsches Beatgrid.
Wie stark darf man BPM verändern?
Es gibt keinen universell sicheren Prozentsatz. Quelle, Stretching-Algorithmus, Material und hörbarer Abschnitt bestimmen das Ergebnis. Vocals, Becken, akustische Transienten und gehaltene Töne zeigen Fehler oft früher als dichte Drums.
Berechne zunächst die Aufgabe:
Tempoänderung % = (Ziel-BPM ÷ Original-BPM − 1) × 100
Entscheide dann per Hörtest:
- Höre den lautesten und offensten Abschnitt im Zieltempo.
- Vergleiche Key Lock an und aus bei gleicher Lautheit.
- Achte auf verschmierte Transienten, metallische Stimmen, schwankende Töne oder unnatürlichen Groove.
- Scheitert der Test, nimm einen näheren Track, kürzeren Overlap, vorbereiteten Edit oder klaren Reset.
Die Prozentzahl beschreibt die Änderung, genehmigt aber nicht den Klang.
Key Lock oder Master Tempo
Key Lock hält die Tonhöhe bei einer Tempoänderung stabiler. Ohne ihn steigt die Tonhöhe beim Beschleunigen und sinkt beim Verlangsamen.
Nutze ihn, wenn Vocals, Akkorde oder eine harmonische Beziehung erhalten bleiben müssen. Vergleiche die ausgeschaltete Variante, wenn die Änderung klein ist oder die Verarbeitung hörbarer schadet. Key Lock repariert kein Beatgrid und garantiert keine artefaktfreie Ausgabe.
Wenn Harmonie wichtig ist, prüfe zusätzlich den Guide zum Mixing in Key.
BPM und Beatgrid prüfen
- Bestätige den echten Downbeat, nicht bloß den ersten lauten Transienten.
- Prüfe eine Phrase in der Mitte und am Ende.
- Korrigiere Half-/Double-Time.
- Nutze für Live-Drums flexible Marker oder plane das Nachführen per Gehör.
- Sperre Analysedaten erst nach der Kontrolle.
Automatische Analyse ist ein Startpunkt. Auch Seratos Dokumentation nennt ungewöhnliche Anfänge und nicht quantisiertes Material als Fälle für manuelle Korrekturen.
Große BPM-Sprünge überbrücken
- Halb/doppelt: Gemeinsamen Puls bei 70 ↔ 140 oder 87 ↔ 174 nutzen.
- Langsam fahren: Tempo in einem toleranten Break oder Outro schrittweise ändern.
- Kurzer Loop: Rhythmische Brücke bauen und beim Verschieben auf Artefakte hören.
- Effekt oder Pause: Einen Groove sauber beenden und den neuen klar etablieren.
- Vorbereiteter Edit: Den geplanten Übergang vorab rendern und testen.
Der Phrasing-Guide zeigt, wo diese Methoden musikalisch landen.
Den konkreten Track testen
- Tempo im BPM Changer vorhören und exportieren
- Quellformat im Audioformat-Guide beurteilen
- Startpunkt mit dem Phrasing-Guide planen